... zurück zur Vorseite / ... zurück zur Schleusen-Startseite
Die Schiffshebewerke Niederfinow verbinden die Havel über den Oder-Havel-Kanal und den alten Oder-Arm mit der Oder bei Hohensaaten.
Die Schiffhebewerke liegen landschaftlich reizvoll im alten Oderbogen östlich von Eberswalde an der Abbruchkante des Barnim-Höhenzuges. Insbesondere von der östlichen Seite des Besucherumgangs weit oben hat man einen guten Blick in das Odertal und in das Oderbruch. Nicht nur für Berliner und Brandenburger ein lohnendes Ausflugsziel. Beide Hebewerke sind parallel in Betrieb.
Das alte Schiffshebwerk (Süd):
Bevor das alte Hebeherk gebaut wurde befand sich am Ort eine Vierstufen-Schleusentreppe mit jeweils 9 Meter Hub. Die alte Schleusentreppe verbrauchte eigentlich pro Schleusung ca. 68000 qm Wasser, was aber durch das Ausgleichbecken-System mit jeweils 6 Kammern pro Schleusenstufe reduziert wurde. Die Schleusen lagen nicht in eine Achse, sondern waren leicht verkippt, so konnten Schiffe beim Ein- und Ausfahren besser rangieren.
Die durchschnittliche Transferzeit für ein Schiff betrug ca. zwei Stunden. Durch Zwischenhalte-Becken konnten in diesen Becken jeweils zwei aufwärts und zwei abwärtsfahrende Schiffe "zwischenparken", was für den Gesamtablauf von Vorteil war.
Links: Besucherzentrum mit altem Hebewerk.
Das Hebewerk wurde zwischen 1927 und 1934 erbaut und ersetzte die ehemalige alte Vierstufen-Schleusentreppe und verkürzte die Transferzeiten von vormals ca. 2 Stunden auf nun nur noch 20 Minuten erheblich ohne Wasserverlust.
Die Hub-Höhe betrug nach wie vor 36 Meter, der Trog wird in ca. 5 Minuten von unten nach oben bewegt, die Zeit von Einfahrt bis Ausfahrt dauert ca. 20 Minuten.
Der Antrieb erfolgt über vier Elektromotoren mit jeweils 55 kW. Die Motore arbeiten über Zahnrad-Drehstöcke und sind über Verbindungs-Aussgleichwellen synchronisiert.
Der Trog wiegt mit Wasserfüllung 4290 Tonnen und ist 85 Meter lang, 12 Meter breit, Wassertiefe 2,50 Metern. Er wird über entsprechende Gegengewichte und Umlenkrollen an 256 Stahlseilen mit jeweils 5 cm Durchmesser geführt. Durch die Kombination Trog - Umlenkrollen und Gegengewichte befindet sich das System im Gleichgewicht und "geringe" Mototkräfte reichen aus, um den Trog zu bewegen.
Rechts: Die Schiffhebewerke sind auch ein Touristen-Zentrum geworden
Im Gegensatz zur alten Schleusentreppe verbraucht das Hebewerk kaum Wasser, da ja der Trog mit Wasser gefüllt wieder nach oben fährt. Damit im Havariefall keine großen Wassermengen aus dem Oder-Havel-Kanal unkontrolliert in das Odertal strömen können, befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hebewerks ein Fall-Sperrtor im Kanal (siehe Photo 1 in der folgenden Galerie).
Mehr Informationen beim Informationszentrum unterhalb des alten Hebewerks. ... Link
Sie finden nachfolgend weitere Fotos vom alten Hebewerk und von den Bauarbeiten des neuen Hebewerks:
... weitere 9 Fotos hier
Das neue Schiffshebewerk (Nord):
Seit 2006 (2008) erfolgt die Bauerschließung und der Bau des neuen Schiffshebewerk Niederfinow Nord. Der Trog hat 115 Meter Länge (das alte Hebewerk nur 85 Meter) , 12,5 Meter Breite und vier Meter Tiefe. Der gefüllte Trog wird 9800 Tonnen wiegen.
Die geplante Inbetriebnahme 2014 konnte nicht gehalten werden. Man ging nun erfolglos von 2016 aus. Siehe Beitrag im "Tagesspiegel". Dabei gab es durchaus unverhersehbare Baubehinderungen. Beispielsweise störten des zeitlichen Ablauf u.a. die technische Komplexität, Baustreitigkeiten und Fachkräftemangel. Solche Schiffshebewerke werden nicht alltäglich gebaut, sie stellen absolute Bauingenieur-Anforderungen und fordern handwerkliches Spitzenwissen und Firmen, die das stemmen können.
Aber alles eine überaus durchdachte Konstruktion, die schon zu einer Sehenswürdigkeit im nordöstlichen Brandenburg geworden ist.
Literatur:
... zurück zur Vorseite / ... zurück zur Schleusen-Startseite
23.03.2014 / 23.07.2026
© 1996/2026 Wumpus Welt der Radios. Rainer Steinfuehr, WGF | Besucherzähler: 5.887.267
Kontakt & Impressum | Sitemap | Admin-Login | Seitenanfang ↑